многовалентность

вчера с утра было бело: на расстоянии эн плюс один вытянутых рук белые крыши, деревья, асфальт, а дальше бело и неразличимо. тихий белесый кокон, спокоен, надежен, невскрываем. люблю зиму.

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A. Khurgin. Panorama (aus dem russischen)

Alexander Khurgin

Panorama

Die Schlange, plötzlich unerwartet lang. Endete draußen. So `ne Schlange ist selten für Deutschland. Und wer da alles nicht stand, in der Schlange. Direkt vor ihnen ein uralter Greis mit einem ungefähr sechszehnjährigen Bengel. Wären nicht seine zwei Krücken, der Greis könnte nicht stehen.

– Die sprechen English,- sagte Aljona leise.

– Ich hör`s, – antwortete Kasankin. A. Khurgin. Panorama (aus dem russischen) weiterlesen

***

ich spreche mit deinem phantom

weine an deiner phantom-schulter

ich flüstere in dein phantom-ohr

mal zärtlich, mal schmutzig

hab` zwei dummköpfe getroffen

dank dem seltsamen zufall

beide meinten «entspann dich,

du denkst viel zu viel, bleib locker»

aber ich denke an gar nichts,

ich kann überhaupt nicht denken,

an gar nichts, außer dir,

mein nicht existierender wanderer

mein geisterschiff, meine schimäre

Linor Goralik. Das Nützliche

-Es war niederträchtig, – sagte er.

– Nein – erwiderte Mutter, – es war keinesfalls niederträchtig, und ich verbiete mir solche Worte, was erlaubst du dir eigentlich? Es war nicht niederträchtig, es war nützlich. Du hast was Nützliches geleistet.

Er trat mit dem Fuß gegen das Sofa und leckte die mit Filzstift beschmierten Finger ab und rieb sie wütend. Sie klopfte ihn leicht an der Hand.

-Du hast mich gebeten, einen Hund zu malen, ich habe dir einen Hund gemalt. Ich dachte, du möchtest wirklich, dass ich dir einen Hund male, -sagte er weinerlich.

-Richtig, – antwortete sie, – ich habe dich gebeten, einen Hund für mich zu malen, ich habe ein Schild gebraucht, und du hast einen sehr schönen Hund gemalt, ich habe „Hunde bleiben draußen“ drunter geschrieben, und nun ist es nützlicher Hund geworden.

A. Khurgin. Rote Strumpfhose (aus dem russischen)

Nona starb unerwartet. Soll heißen – niemand hatte dies von ihr erwartet. Sie selbst hatte es offensichtlich auch nicht vor, sondern fröhlich zu leben hatte sie vor. Zumindest deshalb, weil sie buchstäblich drei Tage vor ihrem Tod eine rote Strumpfhose kaufte. Mit dem Ziel, sie zu tragen. Vielleicht nicht jeden Tag, aber zu bestimmten feierlichen Gelegenheiten, wie zum Beispiel zu ihrer und Sevas gemeinsamer Ausstellung.

Sie war eine Malerin, Nona. Wie man so sagt: von Kopf bis Fuß. Und Seva – ihr Mann – war auch Künstler. Und bei ihnen sollte in einer kleinen feinen Galerie eine Ausstellung mit Verkauf stattfinden. Deswegen hatte sie sich die Strumpfhose gekauft, die rote, wie eine Fahne – damit sie die Aufmerksamkeit nicht nur mit ihren Bildern auf sich zieht, sondern auch mit ihr selbst. Aber plötzlich versagten ihre Nieren, ganz von alleine. A. Khurgin. Rote Strumpfhose (aus dem russischen) weiterlesen