manche texte werden zeitlang zu lieblingstexten. wie dieses gedicht:
Kategorie: lyrik
уроборос
фасеточный глаз в заплатах
наружу мушиные внутренности
вспоминала ли бэль у бестии
как марлен вызывала матросов
кликнуть клюнуть выплюнуть
легкой поступью в преисподнюю
примитивное breaking the waves
стоп!
оснащен предостаточно
смещение челюсти
не каннибал слава богу
моя очередь угощаться
пиршество стол дородный
ангел белая булка нести ко рту
переваривать пока тебя
нет
непрерывно переваривать
неуклонно мутирую
из мухи в уроборос
плодотворно питаться тоской
что поселилась в моем хвосте
скользну на него заглатывая
себя саму вместе с выползнем
мозг застывает и
сердце в остатке
ливер
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оригинал на немецком тут
in drei absätzen
der ginkgo verlor seine blätter von heute auf morgen auf einmal. hysterisch gelb, hielten sie sich auf den vertikal zum himmel betenden ästen. aber irgendwas ist im himmel schief gelaufen und nun ist der hof bedeckt von cadmium-gelben herzchen und hirnchen.
aber die fichte, die korrodiert langsam. langsam verliert sie ihre nadeln, langsam aber sicher sammeln sie sich am boden – es wäre sogar angemehm in den teppich zu treten, wär`s nicht diese farbe. sie verätzt das gemüt wie aceton einen rollfilm.
den film hat keiner gebraucht, er wurde trotzdem gedreht. nun bin ich da, die zuschauerin. die hauptrolle spielt ein falke. er sitzt frierend auf der fichte und kuschelt sich in seine flügel ein.
накрасила ногти
накрасила ногти
пошла пропалывать сорняки
накрасила ногти
приспичило в туалет
накрасила ногти накрасила ногти weiterlesen
signaturen magazin
hier zu lesen ist ein gedicht, das ich gleichzeitig auf deutsch und russisch erträumte.
ich stelle mir manchmal die frage, wie wohl all die schalter zahnrädchen da oben funktionieren.
namen, sprachen, ordnungsherstellung
die lyrischen / delirischen und prosaischen texte von mir sind auf russisch teils HIER publiziert. rest bleibt erst mal außer sicht.
über das betrieb / textuellen trieb / auf deutsch wird genau an der stelle kundgegeben.
ich kläre noch namensgewirr auf
MOSAIK #24
nenn mich rieke
in drei absätzen
die kontaktfreudigen rentner beim morgendlichen einkauf – das leben heute ist übertrieben. raus aus dem laden. herbstregen verbessert den allgemeinen zustand, wischt die altlauten ab, putzt das bunte laub bis es glänzt und tickt anschließend an meine fenster. das uhrwerk des wasserkreislaufs, nass und taktvoll.
zu hause tee, telefonate, tombola. ein gedicht, auf russisch gesprochen, katapultiert mich ins jenseits, ehe ich denken kann. bin ein luftballon, aufgepustet, nicht verschlossen. wieder runter. verschnaufe. lese mich auf.
und der regen prasselt rasch, mittlerweile, hämmert sanft aber entschieden ans dachfenster, als ob er mir sagen möchte: darf ich bei dir übernachten?